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0/1 Ich kenne Dich [Prolog Entwurf]

Also. aufpassen. Dies ist der Entwurf des Prologs einer zum zeichnen geplanten Geschichte.

Das hier ist der dazugehörige Text:

 

0|1

 

Dich kenne Ich.

 

Tag 1

 

 

Ich kenne noch den ersten Gedanken.

 

Die Welt ist da draußen und ich stehe alleine in ihr.
Ich wusste das Du noch fehltest um mich zu komplettieren.

 

 

Ich kenne noch den ersten Tag.

 

Die Sonne stand gleißend am Himmel, das Licht blendete alle Farben aus dem Tag.
Kalkweißer Beton des Schulhofes unter meinen Füßen.
Jeder Schritt unter dem gleißenden weißen Stahldach der Schule hallte in meinen
Ohren wieder und wirbelte weiteren, weißen Staub auf.

 

 

Ich kenne noch das erste Gefühl.

 

Ich war mir nie unsicherer.
Mein Herz pumpte mein Blut rasend durch meine Venen.
Ich konnte es daran sehen wie sich das weiße Hemd meiner Schuluniform hob und
senkte.
Ich konnte es in den roten Adern meiner Hand sehen wenn ich versuchte mich gegen
die Sonne zu schützen.

 

 

Ich kenne noch den ersten Willen.

 

Ich wollte nur dich.
Seit Wochen hatte ich Dich beobachtet und zugelassen das Du mich sehen konntest.
Sie behaupteten Du wärst nicht wie ich, sie sagten wir gehörten nicht zusammen, sie
umringten mich und taten so als würden sie mich schützen.
Sie sprachen die Sprache die ich hasste.
Und ich sagte ihnen ich wäre auch nicht wie sie.
Und sie zogen von mir ab und ließen mich endlich gehen.
Und heute, dies wusste ich, wärest du Mein, und ich wusste, ich wäre Dein.

 

 

Ich kenne noch meine erste Frage.

 

Ich kam zu dir, alles wirkte verzerrt auf mich.
Deine Freundinnen wollten mich nicht durchlassen.
Ihre Arroganz blendete mich mit dem billigen Modeschmuck den sie wie Talismane
um ihre falschen, blondierten Köpfe trugen.
Erschrocken sahen sie dich an als du ihre dämlichen Regeln tratest, sie zur Seite
stießt und aus ihrem Rudel ausbrachest und mir in mein fragendes Gesicht blicktest.

 

Ich kenne noch deine erste Antwort.

 

Es schien als schwieg die ganze Welt als du die Distanz zu mir überschrittst, in
deinem kurzen, karierten Rock.
Wie du provozierend, deine Hüften schwingend an mich herantratst und die letzten
Hände des Weiberrudels um dich herum abschütteltest.
Jene die sich für mich hielten und Jene die Dich für sich hielten schwiegen entsetzt
als du Dich an mich schmiegtest und Dein Gesicht durch den Stoff meines Hemdes
strich.
Deine Beine lehnten gegen den schwarzen, groben Stoff meiner Hose und Deine
leichten Stoffschuhe ruhten direkt neben den dicken, schwarzen Sohlen meiner
Halbschuhe.
Und ich fühlte mich stärker noch wie die gesamte Welt als die Wärme deines Körpers
in der Hitze des Tages noch heißer als das Feuer der Sonne auf meiner Haut
brannte.

 

Ich kenne noch das erste Feuer.

 

Wie die Mitte des Universums waren wir, wie Tag und Nacht standen wir da, inmitten
unserer Mitaltersgenossen und dem Scherbenhaufen der zerbrochenen Regeln den
sie sich selbst in ihrer Unsicherheit aufgebührtet hatten.
Lehrer stießen durch die blassen Tore der Schulhäuser um Uns zu trennen, um zu
trennen was nicht mehr zu trennen war.
Dein Gesicht in meinen Händen, sichtbar für alle die es sehen wollten, presste ich Dir
auf den Mund was Du von meiner Liebe entgegennahmst.
Wie ein einstudiertes Ballet kamen sie aus allen Richtungen, griffen nach Dir, griffen
nach mir und brüllten ihre verzweifelt, ihre wertvollen Regeln.
Da erblühte die Feuerblume am Horizont, groß und grausam, und warf alle danieder
die sich nicht aneinander hielten wie Wir.
Riesige Trümmer drehten sich wie schwerelos durch den gleißenden Himmel.
Sie zertrümmerten die bleichen Häuser des Tales unter sich als sie Meteoren gleich
wie eine Welle in dem trockenen Tal niedergingen und große Wolken weißen
Staubes vor dem bleichen Pilz ihrer Ursprungsexplosion aufwirbelten.
Überall schrieen und kreischten die Menschen. Sicherheitskräfte zogen sinnleer ihre
Waffen und versuchten eine Ordnung über die tierischen Ängste der Menschen zu
ziehen.
Die Welle erreichte uns und ein riesiger Würfel aus Maschinen und Rohren ging
neben uns runter.
Der blasse Staub war überall um uns herum, doch wir waren das Zentrum der Ruhe
und so ruhten unsere Lippen noch aufeinander.

 

 

 

Ich kenne noch das erste Versprechen.

 

Aus den riesigen Trümmern sprossen Beine aus Stahl, Rohre und Leitungen
schlugen aus, schlangen sich um andere und zerschlugen die Straßen und Gebäude
unter sich.
Dann stemmten sie sich gegen den Stahl und von Horizont zu Horizont erhoben sich
die Ungetüme.
Ihr Gewicht drückte alles zur Seite was nicht fester wie der felsige, trockene Grund.
In dem Chaos und dem Staub hielten wir einander, die Lippen immer noch
aufeinander gehaucht, und in unseren Augen glühte das ewige Versprechen dem nichts und niemand je entgegentreten kann ohne zu unterliegen.
Wir komplettierten uns, Wir waren unser Gleichgewicht, und dafür würden Wir alles
tun.

 

 

Ich kenne noch den ersten Konstrukteur.

 

Dann griffen sie nach uns.
Metallenes Faser schlangen sich um uns.
Wir hielten uns und schrieen nicht, tobten nicht.
Fast sanft schlang uns die Maschine herunter, verschlangen uns die Wände aus
stählernem Gewirr, blitzenden, gerissenen Kabeln und mechanischem Gewebe.
Doch dann trennte es uns in seinem Inneren und ich hörte Deinen Schrei.
Wir versuchten einander wieder zu erreichen als um uns herum neue Maschinen
aufwuchsen, zusammengefügt von grauen körnigen Staub der Uns dann bald in
neues, frisches Stahlgewirr einkapselte.
Ich sah Dich gegen die Scheibe Deines wachsenden Gefängnis schlagen, wie die
selbe Flüssigkeit Dich wie mich umspülte bis mir letztendlich der letzte Atem ausging
und ich tief von dem Wasser trank und die Dunkelheit mich umfasste.
Und vor dem letzten Augenblick, als mein Gefängnis sich durch das mechanische
Gedärm und Gewirr an dessen Außenseite schob, sah ich das erste mal eine dieser
riesigen, aus peitschenden Stahlfasern wachsenden, weißen, röhrenförmigen
Maschinen in ihrer Gesamtheit.
Staksend auf stampfenden Säulen, mit abertausend wuchernden und gleißenden
Werkzeugen die Welt schneidend, sie verschlangen und veränderten
unter der weiter aufblühenden Blume aus Feuer über dem Horizont.

 

 

 

 

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